Verstehen Sie Zahnarzt? Das Zahnschema!

Was hat es zu bedeuten, wenn der Zahnarzt während der Untersuchung plötzlich 4 6 bukkal kariös murmelt? Kariös dürfte bei jedem Patienten ein unangenehmes Gefühl auslösen. Aber was hat der Rest zu bedeuten? Die Zahlen entstammen dem sogenannten Zahnschema. Dieses gibt jedem Zahn eine klare „Hausnummer“. Die merkwürdig klingenden Zusatzbezeichnungen geben an, um welche Zahnfläche es sich handelt. So als ob sie sagen würden Hausnummer 46, rechte Wohnung im Erdgeschoß. Damit Sie den Zahnarzt verstehen, schauen wir uns das im Detail an.

Das Zahnschema

Das Zahnschema ist ein System um die Position der Zähne im Kiefer und im Zahnbogen eindeutig zu benennen. Es wird sowohl bei der Untersuchung, als auch zur Erstellung von z.B. Heil- und Kostenplan verwendet.

Es gibt eine Zahnnummerierung im permanenten Gebiss und eine im Milchzahngebiss, welches auch als temporäres Gebiss bezeichnet wird. Dass (permanente) Gebiss von Erwachsenen hat 32 Zähne. Ober- und Unterkiefer haben also jeweils 16 Zähne. Diese werden nun nochmals in rechte und linke Seite aufgeteilt, so dass ein Quadrant aus 4x 8 Zähnen entsteht.

Zahnschema

Die erste Zahl bezeichnet dabei den Quadrant (1 = oben rechts, 2 = oben links, 3 = unten links, 4 = unten rechts) und die zwei Zahl den Zahn. Dabei bilden die beiden Schneidezähne vorne die 1, dann wird im Quadrant aufwärts bis 8 gezählt (siehe Bild). Der Anfangs genannte Zahn 46 (gesprochen vier sechs, nicht sechsundvierzig) ist also ein Backenzahn (genauer gesagt Mahlzahn) auf der rechten Seite im Unterkiefer.

Wenn Sie sich ein bisschen damit beschäftigt haben, dann können Sie schon bald die Hausnummer bald selbst abzählen. Und zum Beispiel Ihrem Zahnarzt sagen: Ich habe Schmerzen im Oberkiefer an Zahn 1 5.

Da Sie kein GPS-System im Mund haben, wird nun zur genaueren Ortung von z.B. einem Karies ein System verwendendet, mit welchem die Fläche um die es geht, genauer lokalisiert und benannt werden kann.

Flächen der Zahnkrone

Entlang des Zahnbogens

  • Mesial: zur Mitte des Zahnbogens hin
  • Distal: zum Ende des Zahnbogens hin
  • Approximal: zum Nachbarzahn hin (mesial oder distal)


Äußere Fläche

  • Labial: lippenseitig, im Frontzahnbereich identisch mit vestibulär
  • bukkal oder buccal: backenseitig, im Seitenzahnbereich identisch mit vestibulär
  • vestibulär: zum Mundvorhof hin (labial oder bukkal)

Innere Fläche

  • lingual: zungenseitig, identisch mit oral
  • palatinal: gaumenseitig (ausschließlich an den Oberkieferzähnen anzuwenden), identisch mit oral
  • oral: zur inneren Mundhöhle hin (lingual oder palatinal)

Kaufläche

  • okklusal: zur Okklusionsfläche (Kaufläche) hin (bei Seitenzähnen)
  • inzisal: zur Schneidekante hin (bei Frontzähnen)

Was Sie mit dem Zahnschema anfangen können:

Erstens verstehen Sie viel besser, von was Ihr Zahnarzt gerade spricht, während er Sie untersucht. Zweitens können Sie detailliert Heil- und Kostenpläne überprüfen, bevor sie diese bei der Krankenkasse einreichen. Hat der Zahnarzt überhaupt den Zahn berücksichtigt, bei dem es gerade am meisten weh tut? Sind da Zähne drauf, bei denen sie gar nicht wussten, dass es einen Behandlungsbedarf gibt.

Wir wünschen Ihnen viel Freude mit diesem neuen Wissen.

Ihr

Erik Hillmann

Dentallabor dental future.

PS. Wussten Sie schon, dass wir Patienten in unser Labor einladen, um ihnen ihr Lächeln wieder zu geben?

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