Was ist CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion)?

Die Craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD, ist ein Sammelname für diverse Beschwerden im Kausystem (Craniomandibulärsystem). In Deutschland wird der Name Kraniomandibuläre Dysfunktion häufig verwendet, sowie die Bezeichnung Cranio-Vertebrale Dysfunktion (CVD). In der Schweiz wird der Begriff Myoarthropathie genutzt, im Englischen spricht man von Temporomandibular Disorders oder temporo-mandibular-Joint-Disease (TMDs, TMJ).

Die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) ist eine Bündelung von Beschwerden an Kiefergelenken und Kiefermuskulatur. Diese können über Muskelketten und Nervenverbindungen am gesamten Körper Schmerzen auslösen und sogar die Körperstatik verändern.
Die Hauptursache für CMD ist häufig eine Bissstörung, d.h. Ober-und Unterkiefer stehen nicht im von der Natur vorgesehenen Verhältnis zueinander. Diese Betrachtung sieht die fehlerhafte Bisslage der Zähne (z.B. durch schlecht sitzende Füllungen, Kronen etc.) als Ursache der CMD und die Fehlregulationen des Kiefergelenks als Auswirkung. Mit all ihren fatalen Folgen. 

 

Wie entsteht CMD?

Strukturelle Fehler im Zahn-Mund-Kiefer-System verschieben die Position des Kiefergelenkkopfs in der Kiefergelenkpfanne. Diese Fehler können zum Beispiel sein
  • Frühkontakte einzelner Zähne durch zu hohe bzw. schlecht sitzende Füllungen und Kronen
  • Verlust von Zähnen mit resultierenden Lücken und Positionsänderungen der benachbarten Zähne
  • Kieferorthopädische Behandlungen
  • Unfälle mit Kieferbrüchen

Der Gelenkkopf hat in diesem Fall eine besondere Bedeutung. Seine Position ist beim Zubiss abhängig von der Zahnstellung und nicht allein bedingt durch die Anatomie des Gelenks und der Funktion der auf das Gelenk einwirkenden Muskulatur. Daher führt eine Veränderung im Zahnbereich automatisch zu einer Änderung der Position beim Zubiss. Die veränderte Position führt zu einer Verlagerung des Gelenkkopfs im Bereich der Gelenkpfanne, welches einen erhöhten Druck auf die Pfanne auslöst. Der so unnatürlich belastete Bereich ist ein Geflecht aus elastischen Fasern und Blutgefäßen, die nun einer ständigen unterschwelligen Reizung unterliegen.
 
Den gesamten Bereich des Zahn-Mund-Kiefer-Systems genau zu erklären ist nur mit einer Vielzahl von medizinischen Fachbegriffen möglich. Beachtet man neben dem vorstehenden Thema auch noch die Kaumuskulatur, Nervenbahnen, entstehende Verspannungen und sogenannte Triggerpunkte, dann kann man verstehen, dass eine Veränderung im Zahn-Kieferbereich zu Schmerzen im ganzen Körper führen kann.  

 

Ist CMD eine Volkskrankheit?

Nach einer in Deutschland durchgeführten epidemiologischen Studie wurden bei fast der Hälfte der Patienten Symptome einer kraniomandibulären Dysfunktion festgestellt. Allerdings gaben nur ca. 3 % von ihnen subjektive Beschwerden im Bereich der Kiefergelenke an. Mit knapp 50% betroffenen Patienten, die aber die wahre Ursache gar nicht kennen, kann man also von einer versteckten Volkskrankheit sprechen. Die größte Herausforderung hierbei ist jedoch, dass am ganzen Körper auftretende Beschwerden von Patienten nicht in Verbindung mit der CMD gebracht werden.
Tipp: Lesen Sie die Geschichte von Claire im Artikel „Funktionsanalyse spart teure Behandlungen“
Test: Hier finden Sie einen kostenfreien CMD-Selbsttest zur ersten Orientierung.